Projekt DC-LEO

Laden an Elektrischen Oberleitungen

Im Projekt DC-LEO soll eine Gleichstrom-Ladeinfrastruktur (DC-LIS) entwickelt werden, die auf das Oberleitungsnetz von Straßenbahnen zugreift. Im Zuge des Markthochlaufs der Elektromobilität ist die effiziente Nutzung bereits bestehender elektrischer Netzstrukturen von besonderer Bedeutung, um Kosten für den Infrastrukturausbau zu reduzieren.

Darüber hinaus ließe sich ein erweiterter Ausbau von Leistungskapazitäten von Oberleitungsnetzen deutlich kosteneffizienter gegenüber der Neuinstallation von Erdkabeln gestalten, insbesondere im innerstädtischen Bereich.

Projektförderung

Das Projekt wird im Rahmen des Technologiewettbewerbs „IKT für Elektromobilität: intelligente Anwendungen für Mobilität, Logistik und Energie“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Konsortium

Anwendungsbereiche

Ziel des Projektes ist nicht nur die technologische Entwicklung der DC-LIS, sondern auch deren Erprobung im Einsatz eines städtischen Testfeldes in Nordhausen (Thüringen). Im Projektverlauf werden folgende vier use-cases genauer untersucht:

  1. Laden von eBussen in Busdepots (overnight charging auf dem Betriebshof)
  2. Laden von eBussen im Umlaufverkehr für Großbusse oder auch als Ridepooling-Konzept
  3. Laden von eFahrzeugen auf Park&Ride-Parkplätzen
  4. Laden von eFahrzeugen privater Gelegenheitslader im öffentlichen Raum

Endprodukt

Als neues Produkt soll eine DC-Ladesäule (LEO-LIS) entstehen, welche:

  • an jegliche Gleichstromgeführte (Ober-) Leitung angeschlossen werden kann
  • den Sicherheitsstandards und Normen entspricht
  • die die gängigen Gleichstrom-Ladestandards (CCS, CHAdeMO) mit den aktuellen
  • Kommunikationsprotokollen bedienen (IEC 61851 und ISO 15118)
  • mit einem Identifizierungsverfahren und Abrechnungssystem ausgestattet ist
  • unterschiedliche Geschäftsmodelle (an einem Standort) abbilden kann
  • mit V2X ausgestattet ist um Informationen zwischen Fahrzeug und Infrastruktur zu teilen
  • einen wichtigen Baustein für eine Steigerung der Nachhaltigkeit in ÖPNV darstellt

Projektgebiet

Das Straßenbahnnetz Nordhausen

Die Nordhäuser Straßenbahn feiert im Jahr des Projektstarts ihr 120-jähriges Bestehen und wird im Rahmen dieses Projektes einen weiteren Schritt in Richtung Verkehrs- und Energiewende gehen.

Bereits im Jahr 2000 feierte die Nordhäuser Straßenbahn mit Ihrem 100-jährigen Bestehen eine Weltpremiere mit der Einführung des eigens von Siemens entwickelten Zweikraftlokomotive ”Combino Duo” zum Betrieb an oberleitungsfreien Streckenabschnitten der Harzer Schmalspurbahnen GmbH.

Das Straßenbahnnetz in Nordhausen ist in drei Linien unterteilt auf der, neben drei historischen Triebwagen für Sonderzwecke, neun Fahrzeuge des Typs Combino von Siemens verkehren.

  • Linie 1 - 3,22 Kilometer - Bahnhofsplatz bis Südharz Klinikum
  • Linie 2 - 4,55 Kilometer - Nordhausen/Ost bis Parkallee
  • Linie 10 - 11,0 Kilometer oberleitungsfrei - Bahnhofsplatz bis Ilfeld/Neanderklinik

Auf Linie 10 verkehren drei Hybridfahrzeuge der Serie Combino-Duo von Siemens mit einem Dieselmotor-Generator-Satz (Diesel-Hybrid-Antrieb – DHA), welcher die notwendige elektrische Energie im Bereich der nicht elektrifizierten Streckenanteile zur Verfügung stellt.

Insgesamt besteht im Projektgebiet ein elektrifiziertes Oberleitungsnetz von 7,8 km mit einem Unterwerk und über 350 Punkten für Abgriffe zur Errichtung von oberleitungsversorgten Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge. Das Oberleitungsnetz hat in der Regelversorgung eine Nennspannung von 600 V, es sind Spannungsspitzen bis 800 V möglich und die Spurweite beträgt 1000 mm.